Demo am 20.01.2001 vor dem amerikanischen Konsulat in München

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„Schluß mit dem Strahlenterror": Sendergegner demonstrieren 

München (dpa/Iby) - Mehr als 300 Gegner dem umstrittenen US-Senders im obarbayerischen Valley haben am Samstag vor dem Generalkonsulat der Vereinigten Staaten in
München gegen die Anlage demonstriert. Der Vorsitzende der Bürgerinitiative „Sender-Freies-Oberland", Georg Paul, übergab einem Konsulats-Mitarbeiter einen Offenen Brief an
den neuen US-Präsidenten George W. Bush, in dem die sofortige Einstellung des Mittelwellen-Sendebetriebs im Süden der Landeshauptstadt gefordert wird. Außerdem verlangen
die Gegner, alle Nachtsendungen zu beenden und die Sendeanlage spätestens nach Ablauf des Pachtvertrages im Jahr 2005 zu schließen. 

Die Demonstranten trugen Transparente mit, auf denen zu lesen war: „Ausgestrahlt- Verstrahlt - Totgestrahlt", „Über 700 000 Watt machen uns tot" oder „USA - Schluss dem
Strahlenterror". Andere hatten Kreuze dabei. Eine Blaskapelle spielte einen Trauerrnarsch. Kinder trugen Schilder mit der Aufschrift „Auch ich werde verstrahlt". Vor Beginn
einer Kundgebung hielten die Demonstrationsteilnehmer ein Totengedenken an die zahlreichen an Krebs gestorbenen Menschen in der unmittelbaren Umgebung des Senders ab.
Die Kundgebung verlief nach Polizeiangaben vom Sonntag ohne Zwischenfälle. Zu beobachten war lediglich, dass schwer bewaffnete Männer das Konsulatsgebäude bewachten. 

Der Sender strahlt mit der Kraft von bis zu 20 000 Mobilfunkantennen seit 50 Jahren Programme nach Osteuropa und Afrika. Nach einer Studie des bayerischen
Umweltministeriums ist die Krebsrate im unmittelbaren Strahlungsbereich des Senders um 40 Prozent höher als andernorts. Fast 20 000 Einwohner sind von den Immissionen des
Senders betroffen. Viele Anwohner leiden unter Schlafstörung und chronischer Müdigkeit oder klagen über Gliederschmerzen, Herz- und Kreislaufbeschwerden. Die
Bürgerinitiative kämpft seit acht Jahren gegen den Sendebetrieb, Sie wird dabei von den Bürgermeistern der umliegenden Gemeinden und von zahlreichen Politikern unterstützt.