Petitionen

Als die Bürgerinitiative mit ihrer Dokumentation "Wegziehen können wir nicht" Aufsehen im Bayerischen Landtag erregte, war die Hoffnung groß, dass die eingereichte Petition Erfolg haben würde. 19 Bürger und Unternehmer der anliegenden Gemeinden hatten an den Landtag die Bitte geäußert, einen alternativen Standort für den Sender zu suchen. Doch die 1998 eingereichte Petition wurde zwei Jahre später abgewiesen. Etwas dubios war die ganze Angelegenheit, wie die SPD-Berichterstatterin Waltraud Schmidt-Sibeth mitteilte. Denn zunächst war die Petition im Landtag gewürdigt worden. Als aber das Umweltministerium die Mortalitätsstudie in Senderumgebung so interpretierte, dass keine Gefahr einer erhöhten Krebsrate bestünde, wurde die Petition wegen fehlenden Handlungsbedarfs als erledigt angesehen. Dies aber wurde nicht veröffentlicht, nur durch Zufall entdeckte es die SPD-Politikerin in den Sitzungsunterlagen.

Daraufhin entschlossen sich die Bürger Valleys eine zweite Petition einzureichen, diesmal aber an den Bundestag. Unter der Federführung des Ortsgeistlichen Pater Nikolai Lochner wurde dieses Papier im Jahre 2000 an die Bundestagsabgeordneten Ilse Aigner und Klaus Barthel übergeben. Als Im Februar dann der Berichterstatter der Regierungskoalition Helmut Wilhelm vor Ort tiefe Betroffenheit zeigte über das, was er erfuhr, keimte wieder Hoffnung auf. Diesmal forderten die Petenten die Bundesregierung auf, den im Jahre 2005 auslaufenden Pachtvertrag mit den Amerikanern fristgerecht im Jahre 2004 zu kündigen. Wilhelm versprach, notfalls mit dem gesamten Petitionsausschuss nach Valley zu reisen, um seine Politikerkollegen von der Richtigkeit der Petition zu überzeugen.