Runder Tisch

Eine besondere Rolle spielte in der Auseinandersetzung zwischen der Bürgerinitiative und Senderbetreiber IBB der ehemalige Bayerische Umweltminister Dr. Thomas Goppel. Er hatte die Problematik erkannt und lud alle Beteiligten zur Diskussion an den Runden Tisch nach Miesbach ein. Im März 1998 trafen sich hier der Amerikanische Generalkonsul aus München George Glass, IBB-Chef Kevin Klose aus Washington, Vertreter der RegTP und Münchner Ministerien, Kommunalpolitiker und Mitglieder der Bürgerinitiative Sender-Freies-Oberland.

Dabei räumte Goppel ein, dass in der Vergangenheit vom Senderbetreiber, aber auch von den zuständigen Behörden zu wenig Transparenz gezeigt worden wäre, was zu einem Verlust der Glaubwürdigkeit geführt habe, wie es die Vertreter der Gemeinden formulierten. Um dem abzuhelfen versprach der Umweltminister, einen Fahrtenschreiber zu finanzieren, der unabhängig vom Senderbetreiber rund um die Uhr die elektromagnetischen Felder misst. Auch ein epidemiologisches Gutachten zog er in Erwägung, aber nur in Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern. Er versprach, sich für eine Verlegung des Senders einzusetzen, wenn eine seriöse Studie die Notwendigkeit nachweise.

IBB-Chef Klose drängte bei diesem 1. Runden Tisch auf den Umbau der Mittelwellenantenne und versprach, dass es danach keinem der Anwohner schlechter gehen werde.

Beim 2. Runden Tisch im September 1998 ging es trotz Goppels Beschwörung zur Kompromissfindung kontrovers her. Er verging ohne ein greifbares Ergebnis, da sich die Behauptungen von RegTP und Bürgerinitiative nicht vereinbaren ließen. Erstere bestanden darauf, dass nach dem von IBB gewünschten Umbau der Mittelwelle alle Messungen öffentlich gemacht würden. Dieses "Katze im Sack kaufen" fand nicht die Zustimmung Goppels. Die Bürgerinitiative hingegen verwies auf den ungeeigneten Messverfahren der RegTP. Ein Vertreter des Auswärtigen Amtes stellte bei der Diskussion die sinnvolle und notwendige Arbeit des amerikanischen Senders für die Menschen im ehemaligen Jugoslawien heraus.

Als einziges Ergebnis wurde bei dieser Debatte eine Mortalitätsstudie in Auftrag gegeben.

Danach wurde Goppel CSU-Generalsekretär, sein Nachfolger als Bayerischer Umweltminister Dr. Werner Schnappauf, versprach zwar, Goppels Moderatorenrolle weiterzuführen, aber ein runder Tisch fand nicht mehr statt.