Technik

Das Areal des amerikanischen Radiosenders auf dem Gebiet der Gemeinde Valley, ein Grundstück von etwa 68 Hektar Größe nahe der B 318 von Holzkirchen nach Tegernsee, hat IBB in einem Nachfolgevertrag von Radio Free Europe/Radio Liberty von der Bundesrepublik Deutschland 1995 gepachtet. Der Vertrag läuft zehn Jahre und verlängert sich um weitere zehn Jahre, wenn er nicht fristgemäß ein Jahr vorher, also im Jahre 2004, gekündigt wird. Jährlich zahlt IBB 204 633,04 DM Pacht an den Bund.

IBB betreibt in Deutschland neben der Station Holzkirchen und Ismaning in Bayern noch die hessischen Stationen in Lampertheim und Biblis. Darüber hinaus verfügt der Senderbetreiber über mehr als 30 Mittel- und Kurwellenradiostationen auf der ganzen welt, die über ein eigenes Satellitenssystem vernetzt sind.

Der stärkste Sender steht in Tanger (Marokko), dessen Zielgebiete Afrika, der Nahe Osten und Osteuropa sind

Die Programme von Radio Free Europe (RFE) kommen via Satellit aus Prag, die von Voice of America (VoA) direkt aus Washington D.C..

Die Anlage in Oberlaindern bestand aus einer Mittelwellenantenne im Nordteil des Gebietes mit einer Höhe von 103 Metern, die in der Vergangenheit abends ab etwa 19 Uhr bis in die frühen Morgenstunden mit einer Durchschnittsleistung von 150 Kilowatt sendete. Die rundum ausstrahlende Antenne gab elektromagnetische Wellen der Frequenz von 1593 Kilohertz nahezu parallel zum Erdboden ab.

IBB plante vor Jahren, die Reichweite seiner Sendungen, die vorwiegend für Länder des ehemaligen Jugoslawien bestimmt sind, zu erhöhen und wollte statt des einen hohen Mastes drei kürzere von je 49 Metern errichten. Diese sollen dann in einer Vorzugsrichtung strahlen. Um den Umbau der Mittel-welle ging es in mehreren Prozessen. Im April 2001 gab IBB plötzlich bekannt, dass die Mittelwelle abgeschaltet würde und die Sendungen auf einen Sender in Ungarn verlagert würden. Der ungarische Sender war aber bisher zeitgleich mit Holzkirchen betrieben worden.

Die Bürgerinitiative forderte daraufhin, dass auch der Mast abgebaut wird. Dies geschah im Sommer 2001.

Die vier Kurzwellensender können mit einer Leistung von je 250 Kilowatt betrieben werden. Sie sind mit 4 Vorhangantennen über eine Matrix so verbunden, dass bis zu 3 Sender gleichzeitig über eine Antenne abgestrahlt werden können.. Sie bestehen aus senkrecht angebrachten Netzen, die so groß wie Fußballfelder sind. Ihr Frequenzbereich liegt zwischen 5 und 19 Megahertz. Die Abstrahlung erfolgt gebündelt in nord-östliche in Richtung Zentralasien. Der Sender schickt die Wellen in einem Winkel von 6 Grad zur Erdoberfläche nach oben. Sie reflektieren in der Ionosphäre und strahlen von dort in die Zielgebiete. So lange die Mittelwellenantenne noch sendete, hatte IBB die Leistung der Kurzwelle auf je 100 Kilowatt reduziert. Danach gab es einige Unregelmäßigkeiten. Zunächst wurde die Leistung der Kurzwellensender im April 2001 auf je 250 Kilowatt hochgefahren, dann wieder auf 100 Kilowatt gesenkt. Im Juni dann erhöhte IBB die Sendezeiten drastisch, da ein Kurzwellensender in Spanien geschlossen wurde und Oberlaindern die Programme mit übernehmen musste. Im Juni 2001 schließlich trat ein Störfall beim Sender auf, der laut IBB ein schlichter Sturmschaden mit Abriss eines Kabels war. Augenzeugen aber berichteten von einem großen Feuerball, der eine dreiviertel Stunde lang zwischen den Antennen pulsierte und mit gewaltiger Leistung Musik von sich gab.