Die Rolle der Amerikaner

Vor laufender Fernsehkamera hatte James M. Lambert, Director von IBB Deutschland gesagt: Wegen der paar Leute hier könne man die wichtige politische Mission des Senders nicht aufgeben. Damit hatte er sich den Zorn der Anwohner zugezogen. 1999 wurde Lambert plötzlich nach Washington zurückgeholt. Seinen Platz nahm nun Peter Dettmer ein. Er signalisierte von Anfang an, dass er größtmögliche Offenheit gegenüber Bürgern und Medien pflegen wolle, damit eine Vertrauensbasis geschaffen werde. Zu seiner Einführung fand erstmalig auf Senderareal eine Pressekonferenz statt, bei der auch der Amerikanische Generalkonsul George Glass auftrat. Seine Bemerkung allerdings, dass hier eine Handvoll Aktivisten gegen die wichtige Aufgabe des Senders kämpfe, brachte ihm den Protest der Bürger der umliegenden Gemeinden ein. Als Beleidigung gar fassten die Valleyer die Behauptung des Konsuls auf, dass die Bodenpreise ansteigen würden, die Gemeinde also nur aus wirtschaftlichen Erwägungen den Sender weghaben wolle. Schließlich, so argumentierten sie, gehöre der Grund einzig und allein der Bundesrepublik Deutschland. Die Geschichte mit Bodenspekulationen wärmte später noch einmal der Amerikanische Botschafter John Kornblum auf. Der Valleyer Gemeinderat schrieb einen geharnischten Brief an das Münchner Konsulat, woraufhin Konsulin Anna M. Romanski in einem offenen Brief sich zu Wort meldete und den Sendergegnern einzig Hysterie unterstellte. Wie ein Mann standen daraufhin alle vier Gemeinden zusammen und empörten sich über den Umgangston.

Von da an war Schluß mit Offenheit. IBB stellte einen Pressesprecher ein, der die Medien mit Informationen bediente. Als aber gefälschte Leserbriefe mit Pro-Sender-Inhalt enttarnt wurden, verschwand dieser Journalist urplötzlich wieder von der Bildfläche. Peter Dettmer äußerte sich jetzt nicht mehr, verwies bei Anfragen nur noch auf das Konsulat.

Nach eineinhalb Jahren Tätigkeit verließ er IBB Deutschland im November 2000, sein Nachfolger Glenn Britt kann schon deshalb nicht mit den Menschen der Region kommunizieren, weil es des Deutschen nicht mächtig ist.