Ein kleines Dorf in Oberbayern und

ein gigantischer Sender der USA

 

 

Oberlaindern ist ein kleines Dorf in Oberbayern. Knapp 30 Häuser. Mit einem Teich, auf dem die Dorfkinder im Winter Schlittschuh laufen. Ein Dorf, in dem die Menschen noch miteinander reden. Man blickt auf die wunderbare Landschaft des Alpenvorlandes und seine Berge. Eine Idylle.

Doch neben den Wohnhäusern ragen hinter einem bewachten Drahtzaun fünf riesige Sendemasten in den Himmel. Sie gehören den USA und senden seit 50 Jahren. Stunde für Stunde, Tag und Nacht. Derzeit strahlen sie mit einer Leistung bis zu 700 000 Watt. Sogar 1 000 000 Watt wären erlaubt.

Tag und Nacht durchdringen elektromagnetische Wellen mit hoher Intensität die Köpfe und Körper der Menschen in Oberlaindern. Erst danach nehmen sie ihren weiten Weg in die Länder im Osten, bis nach Sibirien.

Im "Kalten Krieg" lagen diese Länder hinter dem "Eisernen Vorhang". Diesen eisernen Vorhang gibt es nach dem Zusammenbruch des Kommunismus nicht mehr. Aber in Oberlaindern hängen die Netze der Kurzwellenantennen wie eiserne Vorhänge vom Himmel.